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Obwohl bereits alle Haushalte der beiden Gemeinden eine ausführliche Dokumentation erhalten hatten, benutzten viele Einwohner und Einwohnerinnen die Gelegenheit, sich von den Verantwortlichen des Fusionsprojektes direkt informieren zu lassen. Wie der Marbacher Gemeindepräsident Fritz Lötscher in der Einführung betonte, geht es zum jetzigen Zeitpunkt einzig um einen Vorvertrag zwischen den beiden Gemeinden zur umfassenden Abklärung einer Fusion. Die beiden Gemeinderäte könnten einen solchen Vorvertrag zwar in eigener Kompetenz abschliessen, hätten es aber vorgezogen, ihn zur grösseren Transparenz der Bevölkerung zur Abstimmung vorzulegen. Umfassende Abklärung vor Fusion Der Projektkoordinator Christian Ineichen erläuterte das mehrphasige Verfahren und die einzusetzenden Arbeitsgruppen. Nur wenn ein festes Verfahren eingehalten werde, sei der Kanton bereit, sich finanziell zu beteiligen. Bis jetzt seien 70 Kernfragen erarbeitet worden, die von der Verwaltung über die Schule bis hin zur Landwirtschaft alle wesentlichen Themen abdeckten. Diesen Fragekatalog und die von der SVP aufgeworfenen «acht Kernanliegen» gelte es, sofern beide Gemeinden am 5. Juli dem Vorvertrag zustimmen sollten, als nächsten Schritt in einer «vertieften Prüfung» aufzuarbeiten. Je nach Ausgang dieses Verfahrens könnte ein Fusionsvertrag zwischen Juli und November 2011 der Bevölkerung zur Abstimmung vorgelegt werden. Bevölkerung soll Meinung sagen «Ich bin kein Fusions-Turbo.» Mit dieser Feststellung betonte der Gemeindepräsident von Escholzmatt, Gody Studer, dass Vor- und Nachteile einer über die bereits jetzt bestehende Zusammenarbeit hinausgehenden Fusion der beiden Gemeinden genau abgeklärt werden sollten. Das Ziel sei, die beste Lösung für die Zukunft zu finden. Die beiden Gemeinderäte hätten sich einstimmig für den Vorvertrag ausgesprochen, und es sei nun wichtig, dass auch die Bevölkerung ihre Meinung auf den Tisch lege. Emotionen und Finanzen In der anschliessenden Diskussion waren emotionale, vor allem aber finanzielle Aspekte die Hauptthemen. Die Frage nach einem zukünftigen Gemeindenamen blieb vorerst noch unbeantwortet. «Der Steuerfuss ist nicht das einzige Kriterium», hielt der Marbacher Gemeindeammann und Kantonsrat, Pius Kaufmann, fest und gab einen Einblick in die finanzielle Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Kanton. Nur starke Gemeinden könnten in einer ständig komplexer werdenden Umwelt ihre Aufgaben selbständig erledigen, ihre Unabhängigkeit bewahren und gleichzeitig auf difinanzielle Unterstützung des Kantons zählen.
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